#83 KlimaGoodNews: Unsere Highlights 2025

#83 KlimaGoodNews: Unsere Highlights 2025
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Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu. Ein Jahr, das viel abverlangt hat. Mit Blick auf die Klimakrise verstärken gesellschaftliche Spannungen und politische Rückschritte oft den Eindruck, dass dringend notwendige Veränderungen nur langsam oder gar nicht vorankommen. Gerade in einem solchen Umfeld fällt es nicht immer leicht, den Blick nach vorn zu richten und handlungsfähig zu bleiben.

Umso deutlicher wird, welche Rolle Hoffnung dabei spielt. Nicht als Beschönigung der Lage, sondern als Orientierung in einer komplexen Realität. Erkenntnisse aus Psychologie und Klimaforschung zeigen, dass Menschen eher aktiv werden, wenn neben Risiken auch Lösungen sichtbar sind. Wenn klar wird, wo Fortschritte erzielt wurden und wie Engagement tatsächlich etwas bewirken kann. Hoffnung bedeutet dabei nicht, die Realität auszublenden, sondern wahrzunehmen, wo Veränderungen bereits stattfinden und wo Handlungsspielräume bestehen.

Genau hier setzen die KlimaGoodNews an. Auch 2025 haben wir recherchiert und sichtbar gemacht, wo Klimaschutz vorankommt. Durch technologische Entwicklungen, politische Entscheidungen, zivilgesellschaftliches Engagement und durch viele Menschen, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen an Lösungen arbeiten. Diese Entwicklungen sind keine schnellen Antworten auf alle Herausforderungen. Sie zeigen jedoch, dass Veränderung möglich ist und weiter gestaltet werden kann. In dieser letzten Ausgabe des Jahres blicken wir deshalb auf ausgewählte Highlights aus 2025 zurück, auch wenn für uns jeder einzelne Beitrag ein Highlight ist 😊

Wir danken euch für euer Interesse und eure Begleitung im vergangenen Jahr und wünschen euch viel Freude beim Lesen sowie einen guten Rutsch in ein friedlicheres und klimafreundlicheres Jahr 2026 🌿✨

Forschende machen sich stark für konsequenten Klimaschutz

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Photo by Christian Lue / Unsplash

Kurz vor der ersten Sitzung des neuen Bundestags haben sich rund 14.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland mit einem klaren Appell an die Politik gewandt: Der Klimaschutz muss endlich zur Priorität werden!

Der Appell ist ursprünglich von der Gruppe „Scientists for Future“ in Bayreuth ausgegangen und wird von Forschenden aus den unterschiedlichsten Fachbereichen unterstützt, darunter etwa vom Alfred-Wegener-Institut, der Charité und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Die Wissenschaftler:innen machen deutlich: Die Klimakrise und das Artensterben zählen zu den größten Herausforderungen unserer Zeit – und verdienen mehr politische Aufmerksamkeit.

Mit klaren Forderungen zeigen sie auf, wie wir aktiv gegensteuern können: Ausbau erneuerbarer Energien, Förderung grüner Technologien und eine sozial gerechte Energiewende stehen im Zentrum. Einseitige Hoffnungen auf künftige Technologien wie E-Fuels oder Kernfusion seien nicht ausreichend, um die Klimaziele zu erreichen.

Die Stimmen aus der Wissenschaft werden lauter – und sie geben Hoffnung. Klimaforscherin Julia Pongratz betont: „Wir haben keine Alternative dazu, unsere Welt aktiv zu gestalten.“ Klimaschutz sei kein Luxus sondern Voraussetzung für eine lebenswerte Zukunft.

Verpackungswende 2025: Recycling wird zum Standard

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Photo by Pawel Czerwinski / Unsplash

Die europäische Verpackungslandschaft wandelt sich 2025 grundlegend. Neue Gesetze und technologische Fortschritte fördern den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft.

Mit der neuen EU-Verordnung 2025/40 wird Recycling erstmals europaweit verpflichtend. Verpackungen müssen recyclingfähig gestaltet sein, bestimmte Einwegmaterialien verschwinden schrittweise vom Markt und Hersteller müssen einen festen Anteil recycelten Materials verwenden. Zudem tragen Unternehmen mehr Verantwortung: Sie müssen dokumentieren, welche Verpackungen sie in Umlauf bringen, und nachweisen, dass diese in zertifizierten Systemen gesammelt und recycelt werden.

Gleichzeitig verbessern Innovationen die Recyclingfähigkeit. Verpackungen aus nur einem Kunststofftyp erleichtern die Sortierung und digitale Wasserzeichen ermöglichen eine präzise Trennung in automatisierten Anlagen. Auch neue biologisch abbaubare Materialien – etwa aus Zellulose oder Algen – sind maschinell recycelbar und erweitern die Optionen für nachhaltige Verpackungen.

Auch Mehrweg- und Rücknahmesysteme gewinnen an Bedeutung dank digitaler Plattformen und neuer Pfandmodelle, die Verbraucher:innen die Rückgabe erleichtern. Zugleich fördern viele Kommunen Strukturen, die Verpackungen von Anfang an vermeiden.

Trotz bestehender Herausforderungen bei Sortierung und Kosten ist die Richtung klar: Die Verpackungswirtschaft entwickelt sich vom Einwegmodell hin zur zirkulären Nutzung von Materialien.

Abwärme als Schlüssel zur klimafreundlichen Wärmeversorgung

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Photo by Martin Adams / Unsplash

In Deutschland bleiben jährlich etwa 125 Milliarden Kilowattstunden industrieller Abwärme ungenutzt – genug, um Millionen Haushalte zu versorgen. Eine neue bundesweite Abwärme-Börse soll helfen, dieses Potenzial systematisch zu erschließen.

Die Börse wurde im Zuge des neuen Energieeffizienzgesetzes geschaffen und dient als zentrale Plattform, auf der Unternehmen überschüssige Wärme melden können. So erhalten Kommunen und Stadtwerke leichteren Zugang zu klimafreundlichen Wärmequellen – eine wichtige Unterstützung für Städte, die derzeit ihre Wärmepläne entwickeln.

In Großstädten wie Hamburg setzen Stadtwerke und Industrieunternehmen bereits auf Abwärme für Nah- und Fernwärmenetze. So speist das Metallunternehmen Aurubis überschüssige Wärme ins Netz ein und spart 100.000 Tonnen CO₂ pro Jahr. Auch in Frankfurt nutzt der Energieversorger Mainova Abwärme aus Rechenzentren zur Beheizung von Wohnquartieren.

Langfristig könnte die Abwärmenutzung eine tragende Rolle in der Wärmewende spielen. Sie hilft nicht nur, fossile Energien zu ersetzen, sondern entlastet auch Unternehmen und Verbraucher:innen. Die Abwärme-Börse ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigeren und effizienteren Energieversorgung.

Neue Nutzungspotenziale für Elektroautos durch bidirektionales Laden

black and silver car on parking lot
Photo by Michael Fousert / Unsplash

Elektroautos könnten künftig nicht nur die Mobilität verändern, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Das sogenannte bidirektionale Laden ermöglicht es, Strom nicht nur zu speichern, sondern bei Bedarf auch wieder ins Netz oder ins eigene Haus abzugeben. Eine Untersuchung des Energiekonzerns Eon zeigt, dass bereits über 225.000 Elektrofahrzeuge in Deutschland technisch dafür vorbereitet sind.

Das Potenzial ist groß. Wird ein Teil der verfügbaren Batteriekapazität genutzt, könnten rechnerisch bis zu 4,2 Millionen Haushalte in den Abendstunden mit Strom versorgt werden – also genau dann, wenn der Bedarf besonders hoch ist. Damit ließe sich der Betrieb von mehreren Gaskraftwerken zeitweise vermeiden. Auch die Klimabilanz würde davon profitieren. Laut Eon könnten jährlich rund 238 Millionen Kubikmeter Erdgas und etwa 500.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Voraussetzung für die breite Anwendung sind geeignete Heimladestationen, passende Systemtechnik und klare gesetzliche Regelungen. Fragen zur Einspeisung, Vergütung und Haftung sind bislang ungeklärt. Erste Pilotprojekte zeigen jedoch, dass Fahrzeughalter:innen Einnahmen im dreistelligen Bereich erzielen könnten. Entscheidend für den Erfolg sind intelligente Steuerungen und Anreizsysteme, die eine sichere und bedarfsgerechte Rückspeisung ermöglichen. So könnte bidirektionales Laden ein zentraler Baustein einer stabilen und klimafreundlichen Stromversorgung werden.

Agroforstwirtschaft stabilisiert landwirtschaftliche Erträge

a field of green grass with a blue sky in the background
Photo by Abdullah Fırat / Unsplash

Agroforstsysteme gelten als Hoffnungsträger für die Landwirtschaft im Klimawandel. Eine neue Langzeitstudie der Universität Hohenheim zeigt nun, dass Bäume auf dem Acker helfen können, Erträge auch in Trockenjahren zu sichern. Zwischen 2012 und 2023 untersuchten Forschende fünf Winterkulturen auf einer Versuchsfläche in Baden-Württemberg.

Die verschiedenen Gehölzstreifen, darunter Hecken, Walnussreihen und Weidenplantagen, beeinflussten das Mikroklima spürbar. Sie senkten die Windgeschwindigkeit, milderten Temperaturschwankungen und reduzierten die Verdunstung. Besonders stabil blieben die Erträge in Bereichen nahe der Baumreihen, selbst bei Wassermangel. Die Studie zeigt, dass Agroforst landwirtschaftliche Flächen robuster gegenüber Klimarisiken machen kann. Entscheidend für den Erfolg ist die Auswahl geeigneter Gehölzarten sowie ihre sorgfältige Anordnung auf dem Feld.

Richtig geplant, stärkt Agroforst nicht nur die Ertragssicherheit, sondern trägt auch zur Biodiversität und zum Bodenschutz bei. Seit 2023 sind solche Flächen in Deutschland förderfähig, was den weiteren Ausbau dieser Anbaumethode unterstützt.

Deutschland und Frankreich stärken gemeinsam den Meeresschutz

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Deutschland und Frankreich haben auf der UN-Ozeankonferenz in Nizza eine gemeinsame Ozeanagenda beschlossen. Ziel ist es, den Meeresschutz international voranzubringen und bestehende Initiativen wirksam zu bündeln.

Konkret planen beide Länder die schnelle Ratifizierung des UN-Hochseeschutzabkommens und setzen sich für ein verbindliches Plastikabkommen ein, das den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen berücksichtigt. Der Tiefseebergbau soll ausgesetzt bleiben, bis mehr über die ökologischen Auswirkungen bekannt ist. Auch die Dekarbonisierung der Schifffahrt, nachhaltige Fischerei und stärkere Meeresforschung sind Teil der Agenda.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Bergung von Altmunition, die auf dem Meeresgrund rostet und die Umwelt gefährdet. Viele dieser Munitionsteile enthalten toxische Substanzen, die durch die Korrosion freigesetzt werden können und das marine Leben stark bedrohen. Deutschland hat dafür ein eigenes Förderprogramm gestartet, Frankreich will ähnliche Schritte gehen.

Bis 2030 sollen mindestens 30 % der Meeresflächen weltweit unter Schutz stehen. Die Ozeanagenda zeigt, dass mit klaren Zielen und gemeinsamer Verantwortung bedeutende Fortschritte erzielt werden können.

Dein Rückblick auf 2025

Mit der letzten KlimaGoodNews des Jahres 2025 ist ein guter Moment gekommen, kurz innezuhalten und bewusst zurückzuschauen.

Nimm dir deshalb ein paar Minuten Zeit und reflektiere dein Jahr 2025. Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben und wofür bist du dankbar? Wenn du möchtest, denke auch darüber nach, wofür du im Bereich Klimaschutz dieses Jahr dankbar bist. Gab es ein neues Gesetz, einen erreichten Meilenstein oder eine Initiative, die dich inspiriert hat?

Gerade 2025 war auch im Klimakontext von Rückschritten und Unsicherheit geprägt. Umso hilfreicher kann es sein, bewusst wahrzunehmen, was dennoch funktioniert hat oder Orientierung gegeben hat. Das kann dabei unterstützen, mit Unsicherheit umzugehen und Kraft für weiteres Engagement zu sammeln.

Schreibe die schönsten Momente auf einen Zettel und bewahre ihn an einem passenden Ort gut auf. Beim nächsten Jahreswechsel kann dieser Rückblick eine hilfreiche Erinnerung sein. Teile deinen Rückblick vielleicht auch mit Freund:innen oder der Familie! Gemeinsam über die guten Dinge nachzudenken, kann nicht nur inspirieren, sondern auch neue Perspektiven eröffnen.

Viel Spaß bei diesem, ganz persönlichen, Jahresrückblick ❤️

Vielen Dank fürs Lesen der KlimaGoodNews #83

Wir freuen uns schon auf die nächste Ausgabe im neuen Jahr mit positiven Nachrichten für eine nachhaltigere gemeinsame Zukunft!